Tue. Dec 6th, 2022

Von Samstag an gelten in Schleswig-Holstein angesichts der drohenden Gefahr für die kritische Infrastruktur durch die immense Zahl an Corona-Neuinfektionen gelockerte Quarantäneregeln. „Es geht in dieser Phase der Pandemie insbesondere darum, die Handlungsfähigkeit der Gesundheitsämter sicherzustellen, damit die vorhandenen Ressourcen auf den Schutz Vulnularer Gruppen Fähigkeiten werden können“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Freitag. Dies setzt ein hohes Maß an Eigenverantwortung von allen Bürgerinnen und Bürgern voraus.

Das Gesundheitsministerium hat am Freitag einen entsprechenden Erlass herausgegeben. Auf dessen Grundlage können Kreise und kreisfreie Städte rechtlich maßgebliche Allgemeinverfügungen erlassen.

Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat eine entsprechende Verordnung erlassen. Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das doré auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene.

Außerdem werden kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den persönlichen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern. Künftig können sich Infizierte oder Kontaktpersonen, die sterben Vorgaben für eine Quarantäne-Befreiung nicht erfüllen, nach sieben Tagen durch einen PCR-Test oder einen zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten.

Unterdessen kommt die Corona-Impfkamagne im Norden voran. Mittlerweile hat mehr als jeder Zweite eine Auffrischungsimpfung bekommen. Die Quote lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag (8.00 Uhr) bei 50,7 Prozent, in der Altersgruppe 60 und älter bei 76,5 Prozent. Bei den 18- bis 59-Jährigen haben 50,4 Prozent eine Auffrischungsimpfung erhalten und bei den 12- bis 17-Jährigen sind es 10,5 Prozent.

Schleswig-Holstein verzeichnet aktuell den zweithöchsten Wert bei Auffrischungsimpfungen in Deutschland nach dem Saarland mit 54,8 Prozent. Bundesweit gibt das RKI einen Wert von 45,9 Prozent an. Vollständig geimpft sind nach RKI-Angaben im nördlichsten Bundesland 77,0 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine Impfung haben 78,6 Prozent erhalten.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bestätigte zum Ende der ersten Schulwoche nach den Weihnachtsferien die Corona-Teststrategie und den Präsenzunterricht. “Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen jetzt so viel Normalität wie möglich.” In den ersten Tagen nach den Weihnachtsferien seien viele positive PCR-Tests gemeldet worden. Inzwischen zeigen sich aber, dass Schüler und Lehrkräfte in Schleswig-Holstein weniger am Infektionsgeschehen beteiligt seien als die Gesamtbevölkerung. An drei Tests pro Woche will man festhalten.

Von Montag an gelten nach Priens Angaben neue Regeln für Kontaktpersonen und Infizierte. Trete in Schulen ein Corona-Infektionsfall auf, der durch einen PCR-Test bestätigt wird, bestehe für andere Personen keine Absonderungspflicht. Ausnahmen davon seien möglich, wenn die Schutzmaßnahmen nicht geltend gemacht worden seien. Wer eine Auffrischungsimpfung erhalten habe, frisch doppelt geimpft, geimpft und genesen oder frisch genesen sei, muss auch dann nicht in Quarantäne, wenn der Kontakt zu einer infizierten Person außerhalb der Schule erfolgt sei.

Am Donnerstag war die Zahl der Binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen laut Landesmeldestelle auf den bisherigen Höchstwert 4317 Fälle gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Donnerstag den Wert von 664,3. Am Vortag hatte die Zahl neuer Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen 655,4 betragen, am Donnerstag vor einer Woche 458,0. Im Vergleich mit den übrigen Bundesländern liegt Schleswig-Holstein bei der Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut weiter an dritter Stelle hinter Bremen und Berlin.

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