Thu. Dec 8th, 2022

Die Münchner Betroffene-Vertreterin Agnes Wich wirft Kardinal Reinhard Marx Missachtung des sexuellen Opfers Missbrauchs vor. Dass der Erzbischof von München und Freising das am Donnerstag vorgestellte Gutachten zu Missbrauchsfällen in seiner Diözese nicht persönlich entgegennahm, kritisierte sie scharf. „Das finde ich persönlich ein ganz deutliches Zeichen der Missachtung und Verachtung der Opfer“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie warfen ihm vor, als Auftraggeber die öffentliche Annahme des Gutachtens verweigert zu haben.

Wich war im vergangenen Jahr nach wenigen Wochen aus dem Betroffenenbeirat des Bistums ausgetreten, der dabei helfen soll, die Fälle in der Diözese aufzuarbeiten.

Das vom Erzbistum München und Freising selbst in Auftrag gegebene Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) kommt zu dem Ergebnis, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Diözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden und wirft den ehemaligen Erzbischöfen Friedrich Wemaligen Erzbischöfen heute emeritierten Papst Benedikt XVI., konkretes und persönliches Fehlverhalten in mehreren Fällen vor.

Auch dem aktuellen Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, wird Fehlverhalten in zwei Fällen vorgeworfen. Von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern sprechen die Gutachter, gehen aber von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus. Marx war der Vorstellung des Gutachtens ferngeblieben, hatte seinen Vertreter, Generalvikar Christoph Klingan, geschickt und sich später in einem kurzen Statement „erschüttert und beschämt“ gezeigt. Qui betonte: “Durch das Gutachten ist unverständlich geworden, wie Betroffene behandelt wurden.”

By admin

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *