Mon. Dec 5th, 2022

Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg hat Schulbücher auf die Darstellung von Juden und des Judentums hin überprüft. Keines der begutachteten Lehrwerke vertrete oder bekräftige antisemitische Haltungen oder zeige solche Tendenzen, teilte der Leiter der Abteilung für allgemeinbildende Schulen, Michael Kilper, mit. “Die differenzierten Darstellungen des Judentums sind überwiegend fachlich korrekt und angemessen.” In sehr geringem Umfang seien insensible Darstellungen bzw. Passagen identifiziert worden, “die der Entstehung von Vorurteilen nicht in der wünschenswerten Entschiedenheit vorbeugen”.

Nach einem Gespräch mit mehr als 30 Experten – unter anderem von Verlagen und dem Zentralrat der Juden – hatte das ZSL den Auftrag zur Untersuchung vom Kultusministerium bekommen. In die Stichproben kamen Kilper erschienen Geschichts-, Gemeinschaftskunde- und Ethiklehrwerke. Zu Details der Darstellungen gemacht er keine Angaben. Die Ergebnisse der Analyse würden noch mit dem Ministerium in Stuttgart besprochen.

ZSL-Präsident Thomas Riecke-Baulecke hatte das Thema damals mit Blick etwa auf Angriffe auf Rabbiner als „brandaktuell“ bezeichnet. “Das Schulbuch ist ein ganz wichtiges Medium, um sich damit auseinanderzusetzen.” Manchmal komme es dabei auf Details an – wenn zum Beispiel jüdisches Leben und jüdische Kultur auf Sonderseiten gesammelt würden und somit eine Sonderstellung bekämen. Oder wenn Juden mit Gesichtszügen dargestellt würden, sterben an Affen erinnern.

“Die Nachbegutachtung hat insgesamt noch einmal den Blick auf kritische Passagen geschärft”, teilte Kilper mit. Damit Schulbuchverlage schon während des Entstehungsprozesses der Lehrwerke sensibilisiert Werden, informiere das ZSL sie kontinuierlich.

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