Sat. Dec 3rd, 2022

Im Hamburger Prozess um die Ticketaffäre beim Rolling-Stones-Konzert von 2017 hat ein unbeteiligter Konzertveranstalter die Vergabe von Freikarten als absolut üblich bezeichnet. „Es gibt kein Konzert in Deutschland, wo Sie keine Dienstkarten geben, das ist absolut Usus gesagt“, Karsten Jahnke am Freitag als Zeuge vor dem Landgericht. Bei rund 80.000 Besuchern hätte er die Auflage, 100 Freikarten zur Verfügung zu stellen, auch akzeptiert. Jahnkes Agentur richtet sich nach eigenen Angaben seit 40 Jahren Open-Air-Konzerte auf der Stadtpark-Bühne aus. Die Rolling Stones hatten am 9. September 2017 auf der großen Wiese des Parks gespielt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Leiter des Hamburger Bezirksamtes Nord, Harald Rösler (71/SPD), Bestechlichkeit und Untreue vor. Rösler soll bei Verhandlungen über die Genehmigung des Konzerts vom Veranstalter 300 Kauf- und 100 Freikarten verlangen haben. Im Gegenzug soll er der Veranstaltungsfirma bei den Gebühren für die Nutzung der Grünfläche im Stadtpark entgegengekommen sein. Mitangeklagt sind der damalige stellvertretende Bezirksamtsleiter und zwei Verantwortliche des Konzertveranstalters FKP Scorpio.

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