Mon. Dec 5th, 2022

Kardinal Reinhard Marx war sich als Erzbischof von München und Freising für Missbrauchsfälle in seinem Bistum entschuldigt. „Ich bin erschüttert und beschämt“, sagte er am Donnerstag in München nach der Vorstellung eines Aufsehen erregenden Gutachtens zu sexuellem Missbrauch in der Diözese in vergangenen den vergangenen Jahren.

Gespräche mit Betroffenen hätten bei ihm dazu geführt, seine Kirche heute in anderem Licht zu sehen: “Für mich haben die Begegnungen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs eine Wende bewirkt. Sie haben meine Wahrnehmung der Kirche verändert und verändert diese auch weiterhin”, sagte

Seit Jahren sei bekannt, “dass sexueller Missbrauch in der Kirche nicht ernst genommen wurde, dass die Täter oft nicht in rechter Weise zur Rechenschaft gezogen wurden, dass ein Wegsehen von Verantwortlichen gegeben hat”.

„Wie ich immer wieder gesagt habe, fühle ich mich als Erzbischof von München und Freising mitverantwortlich für die Institution Kirche in den letzten Jahrhunderten“, betonte er. “Als der amtierende Erzbischof bitte ich deshalb im Namen der Erzdiözese um Entschuldigung für das Leid, das Menschen im Raum der Kirche in den vergangenen Jahrhunderten zugefügt wurde.”

In der kommenden Woche wolle er detailliertere Stellung zu dem Gutachten nehmen, das ihm selbst Fehlverhalten in zwei und seinen Vorgängern Kardinal Friedrich Wetter und Kardinal Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., jeweils in mehreren Fällen vorwirft. „Die Missbrauchskrise ist und bleibt eine tiefe Erschütterung für die Kirche“, sagt Marx. Es sollte künftig um die Erneuerung der Kirche gehen, sagte er auch mit Blick auf den Reformprozess Synodaler Weg.

Aus dem Gutachten, das von mindestens 497 Betroffenen in den Jahren 1945 bis 2019 aus, wolle man Folgerungen ziehen und “Perspektiven aufzeigen”.

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