Sat. Dec 3rd, 2022

Der Leipziger Infektiologe Christoph Lübbert ist optimistisch, dass das Infektionsverhalten langsam in eine endemische Situation übergeht. „Es gibt schon ein biologisches Drehbuch für Viren: Je länger eine Pandemie andauert, desto ansteckender wird der Erreger, aber desto mehr passt er sich auch an den menschlichen Wirt an und schwächt sich virologisch ab“, sagte der Chef der Infektiologie am Uniklinikum und am St. Georg der “Leipziger Volkszeitung”. Endemisch ist eine Krankheit, wenn sie in einer Region auftritt. Dazu gehört etwa die saisonale Grippe.

Ein zweiter Effekt sei, dass der Organismus Immunität über verschiedene Infektionswellen und mehrfaches Impfen entwickele, sagte Lübbert. “Nach diesem Drehbuch wären wir vielleicht nächstes Jahr in der Endemie, seit diesem Jahr darauf.” Mit viel Glück und deutlicher Steigerung der Impfquote kann eine solche Situation noch dieses Jahr erreicht werden.

Lübbert sagte, es sei wahrscheinlich, dass sich die Omikron-Variante in den nächsten Wochen flächendeckend durchsetzt und sich viele Menschen infizierten. Er glaubt jedoch nicht, dass die Intensivstationen noch einmal voll werden. Jetzt könnten die Corona-Normalstationen möglicherweise noch einmal strapaziert werden. „Das Hauptproblem könnte werden, dass im Gesundheitswesen und in anderen relevanten Bereichen der Infrastruktur Menschen erkrankt oder in Quarantäne müssen.“

Zugleich mahnte der Mediziner, dass für eine abschließende Bewertung noch zu wenig über Omikron bekannt sei. Man wisse beispielsweise noch nicht, ob Omikron zu lang andauernden Symptomen nach der Infektion führt.

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