Sat. Dec 3rd, 2022

Geywitz nennt Hamburger Wohnungspolitik vorbildlich

Bundesbauministerin Klara Geywitz hat die Hamburger Wohnungspolitik als gutes Beispiel für ganz Deutschland gelobt. Mit dem “Bündnis für das Wohnen” von Stadt, Bezirken und Wohnungswirtschaft sei es in der Hansestadt gelungen, das Bauvolumen deutlich auszuweiten, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag bei einem Besuch im Neubaugebiet Pergolenviertel in Winterhude. “Das ist genau das, was wir auch auf Bundesebene vorhaben.”

Nötig sei eine “konzertierte Aktion” von denen, die bauen, und denen, die die Bauflächen haben. Zudem müssten die Planungsverfahren beschleunigt werden, “damit wir das Ziel erreichen: (…) 400.000 Wohnungen im Jahr zusätzlich und davon 100.000 gefördert”, sagte Geywitz.

Zugleich sprach sie sich für serielles Bauen aus, bei dem Teile des Gebäudes nicht mehr an Ort und Stelle errichtet, sondern in einer Produktionsstätte vorgefertigt werden. Neubauten könnten kostengünstiger und schneller entstehen, wenn Module eine Typengenehmigung erhalten und dann kein weiteres Genehmigungsverfahren mehr durchlaufen müssten, sagte Geywitz.

Außerdem gehe es ihr um Nachhaltigkeit. “Mir ist wichtig, dass wir auch im Bereich des Wohnbaus in eine Kreislaufwirtschaft eintreten können.” So könnten Module am Ende der Nutzungsdauer eines Hauses leichter demontiert und dem Recycling zugeführt werden.

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, der Geywitz neben Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) auf dem Rundgang durchs Pergolenviertel begleitete, dämpfte die Erwartungen an das serielle Bauen. Die Hamburger Erfahrungen seien “ernüchternd und geben wenig Anlass zur Hoffnung”. Serielles Bauen scheitere häufig am eigenen Gestaltungswillen in den Bauprüfungsbehörden. “Der einfache Satz “So passt das hier nicht hin” ist allzu oft das Ende des vereinfachten, typisierten Bauens”, sagte Breitner und forderte: “Wer mehr serielles Bauen in Deutschland will, muss dafür die Akzeptanz in den Baugenehmigungsbehörden schaffen.”

Begleitet wurde der Besuch der Bundesbauministerin – der nach ihren Angaben erste außerhalb der Berliner Stadtgrenzen seit ihrem Amtsantritt – auch von einer Handvoll Demonstranten, die sich gegen eine Flächenversiegelung durch den Wohnungsneubau oder für mehr Sozialwohnungen aussprachen.

Das Hamburger Bündnis für das Wohnen hat jährlich 10.000 neue Wohnungen zum Ziel und strebt dabei einen Drittelmix aus Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen an. “Statt bezahlbarer Wohnungen für die breite Masse der Bevölkerung wurden in Hamburg seit 2011 vor allem sauteure Wohnungen für begüterte Mitbürger:innen gebaut”, sagte die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Heike Sudmann. “Die Hamburger Wohnungspolitik hat aktuell zum höchsten Anstieg des Mietenspiegels der vergangenen 25 Jahre geführt. Diese Fehlentwicklung jetzt auch noch auf Bundesebene zu wiederholen, wäre fatal.”

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