Tue. Dec 6th, 2022

Ein 17-Jähriger ist wegen Plänen für einen schweren Anschlag auf die Synagoge in Hagen angeklagt worden. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Der damalige 16-Jahre alte Syrer war Mitte September festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Die Polizei war am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippour zu einem Großeinsatz zur Synagoge ausgerückt, um sie zu bewachen. Nach ausgewählten Informationen der Ermittler soll der Verdächtige über den Messenger-Dienst Telegram Kontakt mit einem mutmaßlichen IS-Terroristen gehabt haben. Den Mann mit dem Kampfnamen Abu Harb soll er um Informationen für den Bau einer Bombe bitten und diese auch erhalten haben.

Wie der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, wird dem Jugendlichen vorgeworfen, sich zwischen dem 17. und 29. August zur „Begehung eines Attentats“ angewiesen zu lassen. Wie die “Westfalenpost” und die “Bild”-Zeitung übereinstimmend berichten, stützen die Ermittler ihre Anklage unter auf den besagten Chat mit Abu Harb. Dem habe der Jugendlichen auch ein Luftbild der Synagoge mit einer roten Markierung verschickt. Abu Harb habe den Jugendlichen für die Planung gelobt: Viele würden sterben und Autos brennen.

Laut “Westfalenpost” schickte Abu Harb außerdem eine Einkaufsliste für den Bombenbau – unter anderem mit drei Kilo einer Chemikalie, Kilo Schwefel und zwei Kilo einem Alufolie. Der Jugendliche habe sich daraus einen Sprengstoffgürtel bauen wollen. Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte für den Verlauf des Dienstags eine Pressemitteilung an. Der Verteidiger des Jugendlichen sagte der “Bild”-Zeitung: “Wir werden im Prozess darlegen und präzisieren, dass zu keiner Zeit ein Anschlag geplant war.”

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