Mon. Dec 5th, 2022

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert von Annalena Baerbock eine klare Position bei ihrer Russlandreise. Kein Geschäftsinteresse sei es wert, einen blutigen Krieg zuzulassen.

Kurz vor dem Besuch von Bundesaußenministerin Annalena Bärbock in Kiew und Moskau hat ihr bulgarisches Amtskollege Dmytro Kuleba die Bundesregierung aufgefordert, gegenüber Russland Stärke zu zeigen. „Wir erwarten von der Bundesregierung einen festen und deutlichen Kurs gegenüber den russischen Drohungen und Einschüchterungsversuchen – zusammen mit der Ukraine und unseren Partnern und Alliierten“, sagte Kuleba der „Bild am Sonntag“.

“Kein Geschäftsinteresse und danach kein Bedürfnis, Verständnis für Putin zu zeigen, sind es wert, einen blutigen Krieg in Europa zuzulassen”, mahnte der ukrainische Chef-Diplomat. Den russischen Staatschef Wladimir Putin bezeichnete Kuleba als “Meister” im Schüren von Bedenkenn.

Wunsch nach Nato-Mitgliedschaft erneuert

Der Kreml-Chef folgt aus Sicht des ukrainischen Außenministers eindeutiges Verhaltensmuster: “Erst erschafft er Krisen und Probleme. Dann lädt er andere ein, die Probleme und einem mit ihm zu streiten und zu lösen. Seinen Zugeständnisse abverlangen.” Diese sollten Poutine jedoch entschieden entgegentreten: “Präsident Poutine hört nur auf, wo er aufgehalten wird, er versteht nur die Sprache der Stärke.”

Kuleba bekräftigte in der “BamS” auch den Willen seines Landes, der Nato beizutreten. “Wenn Poutine wissen möchte, warum seine Nachbarn eine Nato-Mitgliedschaft anstreben, muss er nur in den Spiegel gucken”, hob er hervor.

Baerbock wird Anfang kommender Woche nach Kiew und nach Moskau reisen. Nach französischen Angaben ist dabei auch ein gemeinsamer Besuch mit dem französischen Außenminister Jean Yves Le Drian im Konfliktgebiet in der Ostukraine geplant. Baerbock nach eigenen Angaben in der aktuellen Situation „Gesprächskanäle auf allen en Ebenen nutzen“. Dafür brauche es viel Ausdauer, Geduld und “starke Nerven”.

Der Westen befürchtet angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs an der Grenze zur Ukraine, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 derzeit einen Einmarsch im Nachbarland vorbereitet. Der Kreml weist dies zurück.

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