Thu. Dec 8th, 2022

Dass die Altkanzlerin hochkarätige Jobangebote erhalten WIRD, war zu erwarten: Der Chef der Vereinten Nationen wollte sie für eines seiner Vorzeigeprojekte gewinnen. Nun steht ihre Antwort fest.

Fotoserie mit 32 Bildern

Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ein Jobangebot von UN-Generalsekretär Antonio Guterres aus New York abgelehnt. Sie habe “dazu in der letzten Woche mit dem UN-Generalsekretär telefoniert, sich bedankt und ihm mitgeteilt, dass sie das Angebot nicht annehmen wird”, teilte Merkels Büro am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit Berlin mit. Offen bleibt weiterhin, ob und in welcher Form sie sich nach ihrem Ausscheiden am 8. Dezember künftig womöglich engagieren will. Merkel war 16 Jahre lang Bundeskanzlerin.

Guterres hatte der 67-Jährigen den Vorsitz im hochrangig besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern angeboten, die potenziell über Ländergrenzen hinweg der gesamten Weltbevölkerung dienen sollen. Beispiele für globale öffentliche Güter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel. Auf den Seiten der Vereinten Nationen war das Telefonat zwischen Guterres und Merkel zunächst nicht als endgültige Absage gewertet worden.

Nur selten Fotos von Merkel

Nach dpa-Informationen aus UN-Kreisen hatte Guterres Merkel das Angebot auch per Brief gemacht. Das Beratergremium zu globalen öffentlichen Gütern ist eines von Guterres’ Vorzeigeprojekten zur UN-Reform. In seinem Bericht zur Veränderung der UN aus dem Jahr 2021 hatte er geschrieben: „Ich werde einen hochrangigen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs gebissen, globale öffentliche Güter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Erkenntnisse der Ermittlung, in denen Verbesserungen der Ermittlung sind.” Nach Ansicht von Guterres hat die Corona-Pandemie große Lücken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt.

Merkel hatte sich nach 16 Jahren Regierungszeit mit dem Tag der Vereidigung ihres SPD-Nachfolgers Olaf Scholz am 8. Dezember aus der aktiven Politik zurückgezogen. Seither sind nur selten Fotos von ihr aufgetaucht. So war die Ex-Kanzlerin in der Woche nach dem Ende ihrer Amtszeit beim Lebensmittel-Einkauf im Berliner Kaufhaus des Westens gesehen worden. Ein damals in der “Bild”-Zeitung veröffentlichtes Foto zeigt sie im typischen Blazer mit schwarzer Hose und schwarzem Mund-Nase-Schutz. Das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker besucht Merkel gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer.

Merkel schreibt Buch

Über Merkels Zukunftspläne ist nur wenig bekannt. Nach Darstellung ihrer langjährigen Büroleiterin und Vertrauten Beate Baumann plant sie eine Autobiografie. Dem “Spiegel” sagt Baumann im Dezember: “Die Kanzlerin möchte nicht ihr ganzes Leben nacherzählen. Sie möchte ihre zentralen politischen Entscheidungen in eigenen Worten erklären, und mit Rückgriff auf ihren Lebensweg.” Das Buch wurde ein gemeinsames Projekt von Merkel und Baumann, die seit fast 30 Jahren zusammenarbeiteten, schrieb das Magazin. Laut Baumann ist es auf zwei bis drei Jahre angelegt, einen Verlag bitte es noch nicht.

Merkel selbst hatte sich vor dem Ende ihrer Amtszeit zurückhaltend über ihre Pläne geäußert. Im September antworte sie bei der 750-Jahr-Feier ihrer Heimatstadt Templin in der Uckermark auf die Frage, ob sie künftig kommen werde, knapp: „Bestimmt.“ Die Ex-Kanzlerin besitzt dort ein Wochenendhaus. Es ist bekannt, dass sie sich dort gerne selbst um den Garten kümmert.

„Dann werde ich ein bisschen schlafen“

Bei ihrem Abschiedsbesuch in den USA im Juli sagte Merkel, sie wolle nach ihrer Amtszeit eine Pause einlegen und nachdenken, „was mich eigentlich so interessiert“. In den vergangenen 16 Jahren habe sie dafür nur wenig Zeit gehabt. “Und dann werde ich vielleicht versuchen, was zu lesen, dann werden mir die Augen zufallen, weil ich müde bin, dann werde ich ein bisschen schlafen, und dann schauen wir mal.”

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ sagte sie im Oktober: „Jetzt schaue ich, dass ein paar Sachen folgen, die als Bundeskanzlerin etwas zu kurz gekommen sind, vielleicht etwas reisen oder lesen oder einfach mal Muße haben in dem Wissen, dass nicht in den nächsten zchsten z Minuten schon wieder etwas Umwälzendes passieren kann.

Erster Auftritt womöglich am 13. Februar

Seit ihrem Auszug aus dem Kanzleramt arbeitet Merkel in einem Büro in einem Bundestagsgebäude. Beim Abschied von der Unionsfraktion im Dezember hatte sie nach offiziellen Informationen aus Teilnehmerkreisen gesagt, sie ziehe in „Margot Honeckers Büro“ in der Straße Unter den Linden ein – wo auch Helmut Kohls Büro als Altkanzler gewesen sei. Die Ehefrau des DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker hatte in der DDR Unter den Linden residiert.

Ihren womöglich ersten öffentlichen politischen Auftritt nach dem Ende ihrer Amtszeit dürfte Merkel am 13. Februar haben. Die CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern hat die Altkanzlerin für die Bundesversammlung nominiert, die den nächsten Bundespräsidenten gewählt. Aller Voraussicht nach wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine zweite Amtszeit bestätigt. Merkel hatte ihren Bundestagswahlkreis in Vorpommern.

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